Alzheimer-Diagnostik mit modernen Biomarkern
Früher erkennen, besser einordnen
Gedächtnisprobleme können viele Ursachen haben. Moderne Blut- oder Liquoruntersuchungen können zusätzliche Hinweise geben, ob Alzheimer-typische Veränderungen vorliegen. Diese Tests ersetzen nicht das ärztliche Gespräch, Gedächtnistests oder eine Bildgebung, können die Abklärung aber sinnvoll ergänzen.
Welche Werte werden untersucht?
Amyloid beta 42 und Amyloid beta 40. Amyloid beta sind Eiweißbausteine, die im Körper natürlicherweise vorkommen. Bei Alzheimer verändert sich vor allem das Verhältnis von Amyloid beta 42 zu Amyloid beta 40, weil Amyloid beta 42 stärker mit Ablagerungen im Gehirn zusammenhängt. Für die Beurteilung ist daher meist nicht ein Einzelwert entscheidend, sondern das Verhältnis Aβ42/Aβ40.
pTau181 und pTau217
Tau ist ein Eiweiß, das Nervenzellen stabilisiert. Bei Alzheimer verändert sich Tau krankhaft; diese veränderten Formen können als pTau181 und pTau217 gemessen werden und die Diagnostik unterstützen. pTau217 gilt nach aktuellen Informationen als besonders aussagekräftiger Blutmarker, pTau181 ist ebenfalls ein wichtiger Baustein der Abklärung.
Was bedeuten auffällige Ergebnisse?
Auffällige Biomarker sprechen für Hinweise auf Alzheimer-typische Veränderungen, beweisen aber allein noch keine Demenz. Unauffällige Werte machen Alzheimer weniger wahrscheinlich, schließen die Erkrankung jedoch nicht in jedem Fall sicher aus.
Bluttest oder Liquor?
Ein Bluttest ist einfach, wenig belastend und vergleichsweise gut zugänglich. Die Untersuchung von Nervenwasser (Liquor) ist seit längerem etabliert und kann je nach Situation weiterhin besonders wichtig sein.
Für wen ist der Test sinnvoll?
Solche Untersuchungen kommen vor allem infrage, wenn Gedächtnisprobleme, Auffälligkeiten in kognitiven Tests oder ein ärztlicher Verdacht auf eine Demenzerkrankung bestehen. Ob ein Bluttest, eine Liquoruntersuchung oder weitere Diagnostik sinnvoll ist, sollte immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entschieden werden.
Wichtig für Patientinnen und Patienten
- Ein einzelner Laborwert stellt keine endgültige Diagnose.
- Die Ergebnisse müssen immer zusammen mit Beschwerden, Untersuchung und weiteren Befunden beurteilt werden.
- Es gibt keinen zuverlässigen Selbsttest für Alzheimer.
Gespräch in der Praxis: Fragen, die Sie stellen können
- Was spricht in meinem Fall für einen Bluttest?
- Reicht ein Bluttest aus oder ist weitere Diagnostik nötig?
- Was bedeutet mein Ergebnis ganz konkret?
- Welche nächsten Schritte empfehlen Sie?

